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Glossar: Begriffe rund um Rechenleistung und KI
Die wichtigsten Fachbegriffe aus den Beiträgen, jeweils in zwei bis drei Sätzen. Verweise führen zu den ausführlichen Texten.
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- Abwärmenutzung
- Weiterverwendung der Wärme aus Rechenzentren, etwa in Fernwärmenetzen. Das Energieeffizienzgesetz schreibt für neue Anlagen Mindestanteile vor.
- All-Reduce
- Kommunikationsoperation, bei der alle beteiligten Rechner ihre Werte zusammenführen (etwa mitteln) und alle das Ergebnis erhalten. Grundbaustein des verteilten Trainings.
- Batch
- Gruppe von Eingaben, die gemeinsam verarbeitet wird. Im Training ein Paket von Textausschnitten, in der Inferenz die gleichzeitig bedienten Anfragen.
- Checkpoint
- Gespeicherter Zwischenstand eines Trainingslaufs, von dem aus nach einem Ausfall weitergerechnet werden kann.
- Container
- Abgeschlossene Laufzeitumgebung mit Programm und allen Abhängigkeiten, die auf verschiedenen Rechnern gleich startet. Siehe Container im Rechenzentrum.
- Destillation
- Training eines kleinen Modells mit den Ausgaben eines großen. Ergebnis ist ein günstigeres Modell mit ähnlichem Verhalten in Teilbereichen.
- Embedding
- Darstellung eines Textes als Zahlenvektor, sodass inhaltlich ähnliche Texte nahe beieinanderliegen. Grundlage für Suche und Gedächtnisfunktionen.
- Exaflops
- Eine Trillion (1018) Gleitkommaoperationen pro Sekunde. Maßstab für die schnellsten Supercomputer.
- Feinabstimmung (Fine-Tuning)
- Nachtraining eines fertigen Modells mit wenigen, gezielt ausgewählten Daten, etwa für Dialoge oder ein Fachgebiet.
- FLOP
- Floating Point Operation, eine einzelne Rechenoperation mit Kommazahlen. Der Gesamtaufwand eines Trainings wird in FLOP angegeben, die Geschwindigkeit in FLOP pro Sekunde.
- GPU
- Graphics Processing Unit. Ursprünglich für Grafik entwickelt, heute der wichtigste Beschleuniger für KI, weil er viele gleichartige Rechnungen parallel ausführt.
- Halluzination
- Plausibel klingende, aber falsche Ausgabe eines Sprachmodells, etwa erfundene Quellen oder Zahlen.
- HBM
- High Bandwidth Memory. Stapelspeicher direkt neben dem Rechenchip, sehr schnell und teuer. Seine Bandbreite begrenzt oft die Antwortgeschwindigkeit.
- Inferenz
- Nutzung eines fertig trainierten Modells, also das Beantworten von Anfragen. Siehe Was bei jeder Anfrage passiert.
- InfiniBand
- Netzwerktechnik mit sehr geringer Latenz, verbreitet in Supercomputern und KI-Clustern.
- Kontextfenster
- Maximale Zahl von Token, die ein Modell in einem Durchgang berücksichtigen kann: Systemprompt, Gesprächsverlauf, eingefügte Dokumente und Antwort zusammen.
- KV-Cache
- Zwischenspeicher der Aufmerksamkeitsschichten. Erspart Neuberechnungen, wächst aber mit der Länge des Gesprächs.
- Latenz
- Verzögerung zwischen Anfrage und Antwort. Bei Chatbots vor allem die Zeit bis zum ersten Token.
- LoRA
- Low-Rank Adaptation. Verfahren zur Feinabstimmung, bei dem nur kleine Zusatzmatrizen trainiert werden. Senkt den Speicherbedarf stark.
- Mixture of Experts
- Modellaufbau aus vielen Teilnetzen, von denen pro Token nur einige aktiv sind. Spart Rechenzeit, nicht Speicher.
- MPI
- Message Passing Interface. Standard für den Nachrichtenaustausch zwischen Prozessen auf vielen Rechnern, seit den 1990er-Jahren Grundlage des wissenschaftlichen Hochleistungsrechnens.
- NPU
- Neural Processing Unit. Spezialisierter KI-Baustein in Laptops und Smartphones, ausgelegt auf geringe Leistungsaufnahme.
- Offene Gewichte (Open Weights)
- Die trainierten Parameter eines Modells sind herunterladbar. Das ist nicht dasselbe wie Open Source, siehe offene Modelle.
- Parameter
- Die lernbaren Zahlenwerte eines Modells. Ihre Anzahl wird oft als Maß für die Größe genannt, etwa 8 oder 405 Milliarden.
- PUE
- Power Usage Effectiveness. Gesamtstromverbrauch eines Rechenzentrums geteilt durch den Verbrauch der IT. Ein Wert von 1,2 bedeutet 20 Prozent Zusatzbedarf für Kühlung, Stromverteilung und Gebäude.
- Quantisierung
- Speicherung von Gewichten mit weniger Bits, etwa 4 statt 16. Verkleinert Modelle stark, meist mit geringem Qualitätsverlust.
- Rack
- Genormter Schrank für Server und Netztechnik. Die Leistung pro Rack ist ein Maß für die Dichte eines Rechenzentrums.
- RLHF
- Reinforcement Learning from Human Feedback. Nachtraining mit menschlichen Bewertungen, damit Antworten hilfreicher und sicherer werden.
- Scheduler
- Software, die entscheidet, welche Rechenaufträge wann auf welchen Knoten laufen. Siehe Scheduling.
- Sykophantie
- Neigung eines Modells, Nutzern nach dem Mund zu reden, auch wenn diese falsch liegen.
- Systemprompt
- Für Nutzer meist unsichtbare Anweisung, die der Anbieter jeder Unterhaltung voranstellt, etwa zu Ton, Rolle und Grenzen.
- Token
- Kleinste Texteinheit, mit der ein Sprachmodell arbeitet, meist ein Wortstück. Abrechnung und Kontextgrenzen werden in Token gemessen.
- Vortraining (Pre-Training)
- Erste und aufwendigste Trainingsphase, in der ein Modell an sehr großen Textmengen lernt, das nächste Token vorherzusagen.
- WUE
- Water Usage Effectiveness. Wasserverbrauch eines Rechenzentrums in Litern pro Kilowattstunde IT-Energie.
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Stand: November 2026, Redaktion fast project