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Fachbegriffe wie Token, Batch oder PUE stehen im Glossar.

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Rechenzentren für KI in Deutschland und Europa

Hinter jedem Chatbot steht ein Gebäude: Stromanschluss, Kühlung, Glasfaser, Sicherheitszaun. Deutschland und Europa bauen ihre Kapazitäten aus, stoßen dabei aber auf Netzengpässe und neue gesetzliche Vorgaben.

Rechenzentrum Frankfurt

Was ein Rechenzentrum ausmacht

Ein Rechenzentrum ist im Kern ein Gebäude, das drei Dinge zuverlässig liefert: Strom, Kühlung und Netzanbindung. Darin stehen Racks, also Schränke mit genormten Einschüben für Server, Speicher und Netztechnik. Notstromaggregate und Batterien überbrücken Ausfälle, doppelte Leitungswege sorgen dafür, dass ein einzelner Defekt keine Abschaltung auslöst.

KI verändert vor allem die Leistungsdichte. Ein klassisches Rack mit Webservern zog lange Zeit 5 bis 10 Kilowatt. Ein Rack mit aktuellen KI-Beschleunigern kommt auf 40 bis über 100 Kilowatt. Solche Dichten lassen sich mit Luft kaum noch kühlen, weshalb Flüssigkeitskühlung bis direkt an den Chip vordringt. Ältere Gebäude müssen dafür umgebaut werden oder sind für KI-Cluster schlicht ungeeignet.

Frankfurt als Knoten

Der wichtigste Rechenzentrumsstandort in Deutschland ist der Großraum Frankfurt am Main. Ausschlaggebend ist der Internetknoten DE-CIX, einer der weltweit größten Austauschpunkte für Datenverkehr. Wer dort Server betreibt, ist mit Hunderten Netzen auf kurzem Weg verbunden. Die Kehrseite: Flächen und Netzanschlüsse in der Region sind knapp, neue Projekte weichen ins Umland oder in andere Regionen aus. Für das Training großer Modelle ist die Nähe zum Internetknoten weniger wichtig als für die Auslieferung von Antworten an Nutzer, daher entstehen Trainingsstandorte zunehmend dort, wo Strom und Fläche verfügbar sind.

Das Energieeffizienzgesetz

Seit November 2023 gilt in Deutschland das Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Es enthält erstmals konkrete Vorgaben für Rechenzentren ab einer nicht redundanten elektrischen Nennanschlussleistung von 300 Kilowatt. Die wichtigsten Punkte:

Die Branche hat einzelne Vorgaben als schwer erreichbar kritisiert, vor allem die Abwärmenutzung: Sie setzt voraus, dass in der Nähe ein Wärmenetz existiert, das die Wärme auch abnimmt. Hier ist die Rechenzentrumsplanung eng mit der kommunalen Wärmeplanung verknüpft.

Die europäische Ebene

Die überarbeitete EU-Energieeffizienzrichtlinie (EU) 2023/1791 verpflichtet Betreiber von Rechenzentren ab 500 Kilowatt IT-Leistung, jährlich Kennzahlen zu Energie, Wasser, Abwärme und erneuerbarem Strom an eine europäische Datenbank zu melden. Eine delegierte Verordnung von 2024 legt fest, welche Werte das sind. Ziel ist zunächst Vergleichbarkeit; ob daraus später verbindliche Mindeststandards werden, ist offen.

Gleichzeitig fördert die EU den Ausbau. Über das Gemeinsame Unternehmen EuroHPC entstehen sogenannte AI Factories an bestehenden Supercomputing-Zentren, darunter in Jülich und Stuttgart, die Forschung und Unternehmen Rechenzeit für KI anbieten. Mit der Initiative InvestAI kündigte die Kommission im Februar 2025 zusätzlich große KI-Rechenzentren ("Gigafactories") an. Mehr dazu im Beitrag über Supercomputer in Europa.

Wo es eng wird

Wie schnell Rechenzentren ein Stromnetz prägen können, zeigt Irland. Nach Angaben des irischen Statistikamts entfielen 2023 rund 21 Prozent des gemessenen Stromverbrauchs des Landes auf Rechenzentren. Der Netzbetreiber hat neue Anschlüsse im Großraum Dublin stark eingeschränkt. In den Niederlanden stoppten Amsterdam und die Nachbargemeinde Haarlemmermeer 2019 vorübergehend die Genehmigung neuer Rechenzentren, um Flächen und Netzkapazität zu ordnen.

Skandinavien gilt als Gegenmodell: kühles Klima, viel Wasserkraft und gut ausgebaute Fernwärmenetze, in die Abwärme eingespeist werden kann. Der europäische Supercomputer LUMI im finnischen Kajaani wird so betrieben. Allerdings liegen solche Standorte weit von den großen Nutzerzentren entfernt, was für Anwendungen mit kurzer Antwortzeit ein Nachteil ist.

Was das für Nutzer bedeutet

Wer einen Chatbot nutzt, sieht davon nichts. Der Standort entscheidet aber mit darüber, welches Recht für die verarbeiteten Daten gilt, wie sauber der verbrauchte Strom ist und wie schnell Antworten ankommen. Viele Anbieter werben deshalb inzwischen mit Rechenzentren in der EU. Wie viel Energie und Wasser dabei tatsächlich fließen, behandelt der folgende Beitrag zu Energie- und Wasserbedarf.

Die wichtigsten Kennzahlen

Keine dieser Zahlen sagt allein etwas über die Qualität eines Standorts. Ein Rechenzentrum im Norden mit sehr niedrigem PUE kann für Nutzer in Süddeutschland trotzdem die schlechtere Wahl sein, wenn kurze Antwortzeiten wichtig sind.

Stand: November 2026, Redaktion fast project

 

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